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Serie: Unsere LeinenLos-Gründer / Pfannkuchen haben ihr Leben verändert

LLPancake querEinen Pancake Hawaii, einen mit Apfelmus und einen mit Lachs. Mit ihnen auf beiden Händen verteilt, jongliert sich Ina Seidel (31) gekonnt durch die Gänge eines fast 1000 Quadratmeter großen Schweriner Restaurants. Es ist ihr eigenes und trägt den unverwechselbaren Namen "House of Pancake", zu Deutsch: Pfannkuchenhaus.

Bis zu 70 Gäste täglich gehen hier ein und bestellen den runden goldgelben Teig, als wollten sie sich für einen Moment an ihre Kindheit erinnern. Doch nicht nur Pancakes für den Kindermund stehen auf der Karte. Auch deftige Zutaten wie Speck und Zwiebeln oder Oliven und Thunfisch zaubert Seidels Profi-Koch Rene Moltmann auf die Eierleckerei. "Anfangs haben wir die Karte aus Kassel übernommen, aber inzwischen haben wir sie um drei oder vier eigene auf 63 Pfannkuchenkreationen erweitert", erklärt die gebürtige Schwerinerin Ina Seidel Appetit machend. Denn in der gut 400 Kilometer entfernten Stadt betreibt ihr Bruder Ingo Seidel seit über zehn Jahren sehr erfolgreich ein House of Pancake.

 

Durch ihn entstand schließlich auch die Idee zum Eierkuchen-Restaurant in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Wenn auch ziemlich unerwartet. "Ein House of Pancake stand für mich eigentlich nie zur Diskussion. Nur, dass auch ich irgendwann einen eigenen Laden führen möchte", sagt sie. Denn in der Gastronomie fühlt sich die 31-Jährige zuhause. "Ich arbeite schon viele Jahre als Kellnerin. Auch während meines Jura- und BWL-Studiums habe ich im Restaurant gejobbt", erinnert sich Ina Seidel. Und gleich darauf fällt ihr ein, wie ihre berufliche Vision plötzlich nicht mehr eine zukünftige Frage war, sondern eine gegenwärtige wurde.

 

"Der Hauseigentümer fragte mich vor dreieinhalb Jahren, ob ich die Gastronomie in der Speicherstraße 17 übernehmen wollte", erzählt sie. Und sie wollte gern, obgleich sie noch kein Businesskonzept erarbeitet hatte. So lag es nahe, auf die Erfahrungen und Kompetenzen ihres Bruders zu bauen. "Der übernahm deshalb erst mal ab der Eröffnung im April 2009. Und ab Oktober dann habe ich alles auf meine Kappe genommen", erzählt sie mit Humor. Denn den brauche man im harten Gastronomie-Alltag. Genau wie eine gehörige Portion Realismus. "Die Zahlen darf man zum Beispiel nie aus dem Auge verlieren. Und dass jederzeit auch ein Insolvenzverfahren drohen kann, sollte man auch ruhig im Hinterkopf behalten", weiß Ina Seidel – ohne  pessimistisch zu klingen.

 

Denn mit dieser Philosophie, die sie morgens motiviert, für unzählige Pfannkuchenbestellungen am Tag aufzustehen, hat sie sich inzwischen einen festen Platz in der Gastro-Szene Schwerins gesichert. Und mit der Unterstützung von LeinenLos, dem vom Land geförderten Gründungsmanagement. "Ohne die LeinenLos-Berater vom ATI hätte ich sicher erst drei oder vier Monate später übernommen", ist sie überzeugt. Denn damals ging es vor allem um die Gewinnung eines Kredits.  "Mein Bruder hatte gut 65 000 Euro investiert, vor allem in die Anschaffung neuer Küchengeräte. Und das muss ich natürlich tilgen", erzählt Ina Seidel, die gut gelotst von ihrem LeinenLos-Berater Christof Marienfeld schließlich bei der Bürgschaftsbank Erfolg hatte. "Der wusste einfach, was wann wo und wie zu tun ist."

 

Und auch heute noch kann die Gastronomin auf die Berater von ATI, einen von zwei Kooperationpartner des LeinenLos-Trägers Virtus, bauen. "Für alles was anliegt, stehen die Coaches auch jetzt noch zur Verfügung – egal ob etwa bei Kostenfragen oder juristisch brenzligen Situationen", weiß die Gastronomin, die heute Verantwortung für einen Koch und fünf Kellner trägt. "Das ist immer noch komisch für mich. Wir haben hier ja auch keine strengen Hierarchien. Aber es läuft gut", sagt die 31-Jährige mit vier leer geputzten Tellern in der Hand. Denn Mitanpacken gehört für sie einfach dazu. Jederzeit und in allen Bereichen von der Terasse zu ebener Erde bis zur Bowlingbahn im Obergeschoss.

 

"Das unterscheidet uns übrigens auch von Kassel. Wir bieten hier nämlich nicht nur Pfannkuchen, sondern auch andere Gerichte und die Möglichkeit, zu bowlen, zu darten und Billard zu spielen", wirbt sie für die eigene Sache und packt die Gelegenheit ein zweites Mal beim Schopfe: "Und wir haben eine Menge Aktionen. Am 7. Oktober laden wir zum Beispiel zum Oldschool-Konsolen-Abend ein, also für alle, die Computerspiele auf Röhrenfernseher lieben."

 

Cornelia Teske – Virtus e.V.

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